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Der TSV Marklkofen von 1924 - 1999

1. Die Entwicklung des TSV Marklkofen

1.1. Die Gründung des Turnvereins Marklkofen

Nachdem sich die schlimmsten Folgen des ersten Weltkriegs gelegt hatten, dachten die Menschen auch allmählich wieder an Sport. So auch in Marklkofen. Starthilfe zur Gründung eines Marklkofener Turnvereins leistete dazu der Turnverein Dingolfing. Im Gründungsprotokoll des TSV Marklkofen steht dazu folgendes zu lesen:

"Am 17. August 1924 machte der Turnverein Dingolfing unter Führung seines 1. Vorstandes R. Blab einen Ausflug nach Marklkofen zur Gründung eines Turnvereins in Marklkofen. Interessenten in dieser Sache wurden ins Gasthaus Marchl (später Metzgerwirt/Hauptstraße 18; Anm. des Verf.) geladen. Nach den Ausführungen des 1. Vorstandes des Turnvereins Dingolfing schrieben sich sofort auf einer durchgehenden Liste 36 Mann als Mitglieder des neu zu gründenden Vereins ein. Nach diesem Ergebnis erklärte pr. Arzt Dr. Hans Ernst den Turnverein Marklkofen für gegründet."

Damit kann der 17. August 1924 als Gründungstag des TSV Marklkofen angesehen werden. Die anwesenden 36 Gründungsmitglieder sind leider namentlich nicht festgehalten. Allerdings trug der Verein bis in die Fünfziger Jahre die Bezeichnung "Turnverein Marklkofen". Zum ersten Vorstand des neu gegründeten Vereins wurde Dr. Hans Ernst, praktischer Arzt in Marklkofen, gewählt. Mit einem Aufnahmebeitrag von 1 Mark sowie einem Jahresbeitrag von 3,60 Mark hatte man die finanzielle Basis gelegt.

1.2. Die Jahre nach der Gründung bis zum Stillstand

Schon im Gründungsjahr ergaben sich Änderungen in der Vorstandschaft. Bereits am 22. Oktober 1924 musste ein neuer 1. Vorstand gewählt werden. Nachfolger von Dr. Ernst wurde Matthias Kaiser, Inhaber der Nudel- und Teigwarenfabrik in Marklkofen (Standort: heutiges Filterwerk Mann & Hummel; Anm. des Verf.). Unter seiner langjährigen Führung blühte der Verein auf und meisterte schwierige Zeiten wie Weltwirtschaftskrise (1929) und hohe Arbeitslosigkeit.

Herr Kaiser, später auch Bürgermeister in Marklkofen, erwies sich auch als Mäzen des Vereins: Im Winter stellte er einen Fabrikraum für die Abhaltung der Turnstunden zur Verfügung. Außerdem verfügte er bereits 1930 über ein Auto und stellte dies u.a. auch zum Besuch der Versammlung des Turngaus in Landshut zur Verfügung. Die Anerkennung für sein Engagement für den Sport in Marklkofen wurde auch in der späteren Ernennung zum Ehrenvorstand des Turnvereins zum Ausdruck gebracht.

Sowohl sportlich als auch gesellschaftlich zeigte der junge Verein rege Aktivitäten. Im gesellschaftlichen Bereich wurden Turnerkneipen, Tanzkränzchen, Turnerbälle, Turnerausflüge und Theaterspiele durchgeführt und so der Verein sehr populär. Im sportlichen Bereich sind verzeichnet: Teilnahme einer Faustballmannschaft an Wettkämpfen (1932 Meister der C-Klasse und Aufstieg in die B-Klasse), Turnübungen im Sommer (Sportplatz) und Winter (Fabrikräume). Die sehr aktive Schwimmabteilung nahm an verschiedenen Schwimmfesten teil und holte zahlreiche Preise. Bereits 1926 gab es in Marklkofen Fußballinteressierte, die dem Turnverein beitreten konnten.

Aber auch auf das Verhalten der Sportler wurde zu jener Zeit großer Wert gelegt. Zucht und Ordnung standen an vorderster Stelle, das Nichterscheinen zum Turnbetrieb, vorzeitiges Verlassen der Turnstunden, unkorrekte Turnkleidung usw. standen unter Vereinsstrafe.

Den absoluten Höhepunkt in der Geschichte des jungen Vereins stellte bis dahin die Fahnenweihe im Jahre 1930 dar. Am 9. und 10. August 1930 erfolgte die Weihe der für 300 Mark neu angeschafften Fahne im Rahmen einer würdigen Feier. Ein Festzelt wurde aufgestellt, ein bezirksweites Turnfest abgehalten und ein Festabend mit turnerischen Darbietungen veranstaltet. Das Festprogramm umfasste 4 Seiten.

Ganz Marklkofen hatte damals mitgeholfen, diese Tage würdig zu gestalten. Sowohl die hohe Geistlichkeit als auch Lehrer und 1. Bürgermeister wirkten im Ehrenausschuss mit. Insgesamt nahmen 187 Turner aus 24 Vereinen daran teil; 116 Sportler wurden mit Preisen ausgezeichnet. Auch Vertreter von Gau, Kreis und Bezirk waren anwesend. Die Wettkämpfe begannen am Sonntag um 6 Uhr morgens, weshalb die meisten Turner bereits am Samstag anreisten. Die Fahnenweihe war ein voller Erfolg und machte den Turnverein Marklkofen bekannt. (Fahne, Einladung und Festprogramm siehe Anhang.)

In den Jahren 1931 – 33 verzeichnet die Chronik zahlreiche sportliche und gesellschaftliche Aktivitäten (siehe oben). Dagegen zeigt die Chronik in den Jahren 1934 und 35 nur noch geringe Aktivitäten und nach 1935 fehlen jegliche Eintragungen bis Anfang der Fünfziger Jahre. Hier machten sich bereits die politischen Umwälzungen bemerkbar. Viele junge Männer meldeten sich zur Reichswehr und die neuen politischen Organisationen wirkten auch ins sportliche Leben Marklkofens hinein. Mit Sicherheit ist davon auszugehen, dass die Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegsjahre die Aktivitäten des Turnvereins Marklkofen ganz zum Erliegen brachten.

1.3. Der Neubeginn nach dem Weltkrieg und die Krise

Der Stillstand in Folge des 2. Weltkrieges wurde beim Turnverein Marklkofen erst im Jahr 1952 beendet. Eine kleine Schar von Idealisten fand sich zusammen, um den alten Turnverein zu reaktivieren.

Im November 1952 wurde dann der Turnverein formell wieder ins Leben gerufen und zwar als Turn- und Sportverein (TSV) Marklkofen. 1. Vorstand damals: Thomas Heindl aus Ulrichschwimmbach, der dieses Amt bis zu seinem Tod im Jahre 1976 bekleidete und sich für den Sport in Marklkofen sehr stark engagierte, auch als späterer 1. Bürgermeister.

Der Schwerpunkt lag bis zu Beginn der 60er Jahre weiterhin beim Turnen und der Leichtathletik. Der Mitgliederstand 1953: 36 Erwachsene und 16 Jugendliche.

Die Aktivitäten des Vereins entwickelten sich in den Folgejahren recht gut. Es wurden wieder Turnstunden abgehalten und 1954 wurde sogar eine Damenriege angegliedert. Bei den besuchten Sportfesten konnte man mit beachtlichen Erfolgen aufwarten.

Mit Christian Ostermeier und Rudolf Vilsmeier hatte man auch zwei sehr talentierte und erfolgreiche Vorturner in den eigenen Reihen. Diese beteiligten sich sogar am Bayer. Landessportfest in Bamberg (1956) sowie beim Dt. Turnfest in München mit Erfolg.

Die Erfolge und Aktivitäten beruhten allerdings auf dem Engagement weniger Vereinsmitglieder. Vor allem die Jugend zeigte immer weniger Interesse am Turnen. Das größte Problem aber war das Fehlen einer geeigneten Trainingsstätte, also einer Turnhalle. Eine nicht heizbare Lagerhalle, ein zu niedriges, leerstehendes Haus oder das Dachgeschoss der neuen Volksschule waren nur Provisorien, keine dauerhafte Möglichkeit zum Aufstellen der Turngeräte und zum üben.

Dieses Manko sowie mangelndes Interesse der Jugend am Turnen führten bereits im Februar 1957 zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Aus der Versammlung (Dingolfinger Nachrichten vom 6.2.57): "Bei dieser Gelegenheit kam auch zum Ausdruck, daß der Turnverein – wie fast alle Vereine – seine größten Schwierigkeiten darin suchen müsse, daß er keine jungen Leute mehr bekomme, da diese meist andere Interessen, hauptsächlich motorisierter Art, aufweisen und für Opfer zugunsten des Vereins fast nicht mehr bereit seien."

Auch in den Folgejahren stand der Verein mehrmals vor der Auflösung. Nur einigen Unermüdlichen, allen voran 1. Vorstand Thomas Heindl und Alt-Turner Rudolf Nagl war es zu verdanken, dass der Verein weitergeführt wurde.

Zum weiteren Niedergang der sportlichen Aktivitäten trugen auch zwei Ereignisse im Jahr 1958 bei. Erstens: Turnwart Nagl legte sein Amt nieder; ein Nachfolger konnte nicht gefunden werden. Dadurch kam das Turnen fast ganz zum Erliegen. Zweitens: In einer außerordentlichen Versammlung am 31.8.58 wurde die Gründung einer Fußballmannschaft innerhalb des TSV mit folgender Begründung abgelehnt: "Unter den gegebenen Verhältnissen sei nie an eine Fußballmannschaft zu denken. Einmal sei kein richtiger Platz vorhanden, dann sei das Interesse der Bevölkerung nicht groß genug um die Gründung einer Mannschaft zu rechtfertigen und finanziell sei es schon gar nicht möglich" (Chronik des TSV Marklkofen).Damit war das Thema Fußball für mehrere Jahre in Marklkofen kein Thema mehr.

1.4. Der Aufschwung seit den 60er Jahren

Frischer Wind kam 1964 in das Vereinsgeschehen und brachte durch 2 Ereignisse enormen Aufschwung.

Erstens: Im Januar 64 schloss sich der 1963 von Sparkassenleiter Gerhard Pelz gegründete Spielmannszug dem TSV Marklkofen an. Dadurch kamen viele neue Mitglieder zum Sportverein und die beeindruckenden Auftritte der Musiker steigerten auch das Ansehen des TSV. (Weitere Informationen dazu erfolgen bei der Darstellung der Sparte "Spielmannszug".)

Zweitens: Im Frühjahr 1964 hatten sich fußballbegeisterte Sportler zusammengefunden und durch finanzielle Unterstützung der Gemeinde und durch enormen freiwilligen Arbeitseinsatz am "Eschbaum" an der Vils einen prächtigen Fußballplatz angelegt. Die Fußballer schlossen sich sogleich dem TSV als neue Sparte an und trugen langfristig und dauerhaft zu einer wesentlichen Belebung der sportlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten im TSV bei. (Weitere Informationen dazu erfolgen bei der Darstellung der Sparte "Fußball".)

1965 folgte dann ein weiterer Höhepunkt im Leben des TSV, nämlich das 40-jährige Vereinsjubiläum. Die Feier erfolgte nicht 1964 (1924-1964), sondern 1965, weil man damit auch die Einweihung des neuen Fußballplatzes verband.

Bereits am Samstagabend, 19.6.65, fand im Gasthaus Siglmüller (gegenüber dem ehemaligen Bahnhof) ein Festabend statt, an dem auch Landrat Dr. Hastreiter (ein Mitglied des TSV!) teilnahm. In diesem Rahmen wurden auch Ehrungen verschiedener Mitglieder in Form von Ehrennadeln (Gold/Silber/Bronze) durchgeführt.

Am darauffolgenden Sonntag, 20.6.64, fand dann die Einweihung des neuen Sportplatzes statt. Während am Vormittag mit allen örtlichen Vereinen vom Vereinslokal Fischerwirt (Schulweg) zum Kriegerdenkmal und anschließend zum Festgottesdienst in die Kirche gezogen wurde, stand am Nachmittag der Fußballplatz im Vordergrund. Die Weihe wurde von BGR H.H. Mayer vorgenommen. Festansprachen hielten TSV-Vorstand und 1. Bürgermeister Thomas Heindl sowie MdL Anton Reseneder. Anschließend wurde das erste Marklkofener Fußball-Pokalturnier mit den Endspielen fortgesetzt. Sieger wurde die junge Mannschaft aus Marklkofen (gegen Steinberg, Frontenhausen II und Reisbach II).

Der Mitgliederzuwachs durch Spielmannszug und Fußballsparte war enorm. Im Jahr 1965 verzeichnete der TSV bereits 170 Mitglieder. Auch die Leichtathletik gewann wieder an Bedeutung. 1966 war der TSV Marklkofen in Ortenburg mit 30 Teilnehmern der stärkste auswärtige Verein. Leiter der Sparte "Leichtathletik" war damals Ludwig Hageneder.

In der Mitgliederversammlung im Januar 1967 wurde wieder der Turnhallenbau gefordert und als "Gebot der Stunde" bezeichnet, aber zugleich wegen der hohen Baukosten (300 000 DM) sowie der ungelösten Grundstücksfrage als "nicht spruchreif" zurückgestellt.

1969 überschritt die Mitgliederzahl die Grenze von 200. Aber nicht nur bei den Mitgliederzahlen legte man zu. Der Spielmannszug trat mit Schallplattenaufnahmen an die öffentlichkeit, führte im September 1969 den ersten Internationalen Vilstaler-Volksmarsch durch und setzte die Tradition des Theaterspielens in Marklkofen fort.

Das Jahr 1970 brachte Positives und Negatives. Während bei den Fußballern im Mai mit dem Bau eines Vereinsheims (mittlerweile altes Vereinsheim) begonnen wurde, zeigten sich beim Spielmannszug bereits leichte Auflösungserscheinungen wegen fehlender aktiver Mitglieder. Die Krise des Spielmannszugs verstärkte sich noch in den Folgejahren, insbes. durch den Wegzug des Spartenleiters Gerhard Pelz. Bei der Mitgliederversammlung des TSV im Dezember 1973 war kein Vertreter dieser Sparte anwesend. Allerdings trat der Spielmannszug beim 50-jährigen Gründungsfest des TSV im Juni 1974 noch einmal öffentlich auf. Nach mehreren Jahren in der Versenkung wurde der Spielmannszug 1978 offiziell durch den TSV aufgelöst, aber 1979 als Institution der Freiw. Feuerwehr neu gegründet.

Ab 1970 wurden von der Fußballsparte im TSV jährlich Volkswandertage durchgeführt. Bestens organisiert waren diese Veranstaltungen von Manfred Jeschkus, der sich hier bereits einen Namen als Organisationstalent machte. 1973 nahmen daran ca. 4500 Wanderer teil. Dem Antrag in der Mitgliederversammlung im Dezember 1973, eine Sparte "Wanderverein" im TSV ins Leben zu rufen, wurde zwar von den Mitgliedern zugestimmt, eine Spartengründung erfolgte aber nicht. Insgesamt wurden 9 Volksmarsch-Veranstaltungen in Marklkofen durchgeführt. (Weitere Informationen dazu erfolgen bei der Darstellung der "Volkswandertage".)

1972 startete ein neuer Bereich im TSV mit seinen Aktivitäten, nämlich die Damengymnastik. Unter Leitung von Anneliese Baumann wurden zunächst im Dachgeschoss der jetzigen Grundschule, später und bis beute in der Grundschul-Turnhalle wöchentliche Gymnastikstunden abgehalten. 1989 übergab Frau Baumann die Leitung der Gymnastikstunden an Gabi Hartinger und Monika Staimer, die bis heute die wöchentlichen Stunden fortsetzen. (Weitere Informationen dazu erfolgen bei der Darstellung der Sparte "Gymnastik".)

Ein weiterer Höhepunkt im Vereinsleben war 1974 das 50-jährige Gründungsfest des TSV am 3. Juni sowie am 27. und 28. Juli das 10-jährige Gründungsfest der Sparte Fußball in Verbindung mit der Einweihung des neu erbauten Sportheims an der Vils. Außerdem wurde die Meisterschaft der Jugendmannschaft gebührend gefeiert. Anton Reichl verfasste zum Jubiläum eine gelungene Festschrift. Rudolf Nagl, das damals einzige noch lebende Gründungsmitglied des TSV, wurde für 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Nach 12 Jahren Fußball in Marklkofen war es endlich so weit: Marklkofens erste u n d auch die zweite Fußballmannschaft wurden im Mai 1976 jeweils Meister in ihrer Spielgruppe und stiegen von der C-Klasse in die B-Klasse auf.

Im Sommer 1976 gab es wieder einen großen Schritt nach vorn. Eine Interessengemeinschaft "Tennis" hatte sich gebildet und lieferte bald konkrete Vorstellungen über die Realisierung des Tennissports in Marklkofen. Nach zahlreichen Sitzungen und Versammlungen konnte im Sommer 1977 mit dem Bau von 3 Tennisplätzen an der Brückenstraße begonnen werden. Im Herbst 1977 begann dann das Zeitalter des Tennisspielens in Marklkofen. Vorher wurde von den Initiatoren eine Sparte Tennis ins Leben gerufen, deren erste Spartenleiter Josef Seideneder und Manfred Jeschkus waren. (Weitere Informationen dazu erfolgen bei der Darstellung der "Sparte Tennis".)

Im Dezember 1976 verstarb der langjährige Vorstand des TSV und Bürgermeister Thomas Heindl. Er bekleidete das Amt 24 Jahre und engagierte sich sehr für den Sport in Marklkofen. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im April 1977 wurde der langjährige Kassier und Geschäftsstellenleiter der Sparkasse Marklkofen, Konrad Horn, zum neuen 1. Vorstand gewählt.

Im Herbst 1978 ging ein bereits seit den 50er Jahren bestehender Wunsch des TSV in Erfüllung: es wurde die Grundschulturnhalle fertiggestellt und auch dem Vereinssport zur Verfügung gestellt. Damit konnte nicht nur im Winter Sport betrieben werden, es bestand auch die Möglichkeit, neue Sportarten auszuüben.

Mit der neuen Turnhalle war die Voraussetzung für eine weitere Sportart gegeben, nämlich der Gründung einer Tischtennis-Abteilung. Vor allem Hans Weber war es, der mit Gleichgesinnten in der Grundschul-Turnhalle das Tischtennistraining organisierte und später einen Mannschaftsbetrieb mit großartigen Erfolgen aufbaute. (Weitere Informationen dazu erfolgen bei der Darstellung der Sparte "Tischtennis".)

Eine Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens in Marklkofen kam ab 1981 mit den jährlichen Faschingsmärkten, bei denen der Sportverein mit seinen Sparten zu den wichtigsten Stützen zählt.

Im Jahr 1984 hatten die Sportler wieder Grund zum Feiern. Der TSV wurde 60 Jahre und die Sparte Fußball 20 Jahre alt. Am 30.6. und 1.7. beging man beide Jubiläen mit Ehrenabend, Fußballpokalturnier, Festumzug sowie der erstmals veranstalteten Ortsmeisterschaft in der Leichtathletik für Jugend und Erwachsene. Seit dieser Zeit führt der TSV diese Veranstaltung (beschränkt auf die Jugend) jährlich im Sommer durch.

Nach 10 Jahren TSV-Vorstand trat Konrad Horn 1987 von diesem Amt zurück. Während seiner Amtszeit förderte er die Gründung von 3 neuen Sparten. Außerdem stellte er das Grundstück für den Turnhallenbau zur Verfügung. Für seine Verdienste (10 Jahre TSV-Vorstand, 31 Jahre Schriftführer, 10 Jahre Kassier) wurde er 1989 zum Ehrenvorstand ernannt. In der planmäßigen Mitgliederversammlung am 1. 12. 87 wurde Martin Geltinger zum neuen Vorstand gewählt.

Der Tennisboom in den 80er Jahren machte sich auch beim Marklkofener Tennisclub bemerkbar. Steigende Mitgliederzahlen erforderten 1988 den Bau von zwei weiteren Tennisplätzen.

Zu einem großen Ereignis wurde das 25-jährige Gründungsjubiläum der Sparte Fußball am 24. und 25. 7. 89. Mit Fußballspielen, Festzug, Ehrenabend usw. wurde gemeinsam mit 33 anderen Vereinen das Ereignis gefeiert.

Ein zweiter Höhepunkt im Jahr 1989 war das Jubiläum zum 65-jährigen Bestehen des TSV. Bei einem Ehrenabend am 2. Dezember wurden in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste mehrere Vereinsmitglieder ausgezeichnet: Konrad Horn mit der Verdienstnadel des DFB in Gold, Anton Hiendlmeier mit der Ernennung zum Ehrenmitglied sowie Sepp Schmidt mit der Treue-Nadel für 60 Jahre Mitgliedschaft.

Einen herben Verlust erlitt der Sportverein am 28.9.93 durch den Tod von Anton Reichl. Ob als aktiver Fußballspieler, als Chronist für TSV, Fußball und Tennis oder als zweiter Vorstand des TSV oder zweiter Spartenleiter der Fußballer, Anton Reichl opferte seine Freizeit über Jahrzehnte für den Marklkofener Sportverein.

Das bis dahin größte finanzielle Projekt im TSV begann die Tennissparte im August 1994 mit dem Bau eines neuen Vereinsheims. Innerhalb von 2 Jahren wurde ein großräumiges, ansprechendes Clubgebäude inmitten der 5 Tennisplätze erstellt und im Juli 1996 feierlich eingeweiht.

Das 70-jährige Bestehen des TSV konnte im November 1994 im Rahmen eines Ehrenabends würdig begangen werden. Unter der Anwesenheit zahlreicher Mitglieder und Ehrengäste wurde auf 70 Jahre TSV zurückgeblickt sowie verschiedene Mitglieder geehrt.

Im darauffolgenden Jahr 1995 legte Martin Geltinger nach 8 Jahren das Amt des 1. Vorstands nieder, blieb aber noch 2. Vorstand. Zum Nachfolger als 1. Vorstand wurde Ernst Schindel gewählt, der diesen Posten bis November 1998 bekleidete. Ihm folgte an der Vereinsspitze der langjährige Kassier des TSV, Richard Bergmoser. Damit weist die Chronik des TSV in 75 Jahren lediglich 7 erste Vorstände aus. Die langjährigen Amtszeiten sprechen für sich.

Bereits in den 80er Jahren wurde der Ruf nach einem größeren Sportgelände lauter. Vor allem die Fußballer, deren altes Vereinsheim zu klein wurde und nicht erweitert werden durfte, verlangten nach Veränderungen. Aber auch die Stockschützen suchten Platz für ihren Sport. Nach über 10 Jahren schwierigster Genehmigungsverfahren mit großen Hürden gelang es der Führung des TSV mit großartiger Unterstützung durch die Gemeinde, ein neues Sportgelände zur Verfügung zu stellen.

Und so begannen die Fußballer (und Stockschützen) im Sommer 1998 unverzüglich mit dem Bau des neuen Vereinsheims, das bereits im Frühjahr 1999 genutzt werden konnte. Lediglich der neue Fußballplatz konnte nicht rechtzeitig zum Gründungsfest fertiggestellt werden.

Zusammen mit dem Tennisgelände, der Stockschützenanlage, dem Schützenvereinsgebäude und der Fußball-Sportanlage wurde jenseits der Vils ein Sportzentrum geschaffen, das in seiner Funktion und Konzeption sicherlich höchsten Ansprüchen im Sportverein eines Dorfes genügt.